ÜBER MICH

Hey, ich bin Lina. Als Mama, Ehefrau und Berufstätige liebe ich die Natur und habe meistens mehr kreative Ideen im Kopf als Zeit, sie alle umzusetzen. Gleichzeitig lebe ich mit mehreren chronischen Erkrankungen und einem Stoma. Heute gehört das ganz selbstverständlich zu meinem Leben. Bis ich das so akzeptieren konnte, war es allerdings ein ziemlich langer Weg.

MEINE DIAGNOSE BEKAM ICH IN MEINER KINDHEIT

Schon bevor ich wusste, was mit mir los war, bestimmten starke Beschwerden immer mehr meinen Alltag. Lange konnte niemand erklären, woher sie kamen.  Mit elf Jahren erhielt ich schließlich die Diagnose Morbus Crohn – zu einem Zeitpunkt, an dem es mir bereits sehr schlecht ging. Eine Ärztin im Krankenhaus sagte mir später, dass mein Zustand damals so kritisch war, dass es nur wenigen Tage später vermutlich ganz anders ausgegangen wäre.

Es folgten Medikamente, unter anderem Cortison, und mein Körper veränderte sich stark. Gerade in der Schulzeit machte mir das sehr zu schaffen. Ich wurde wegen meines Aussehens ausgegrenzt und verletzt, zog mich immer mehr zurück und schämte mich lange für meine Erkrankung und meinen Körper. Ich wollte vor allem eines: Nicht krank sein, einfach dazugehören und ein normales Leben führen.

Viele Jahre später, kurz nachdem ich meinen heutigen Mann kennengelernt hatte, ging es mir gesundheitlich immer schlechter. Mein Alltag bestand irgendwann nur noch aus Schmerzen, Toilettengängen, Aushalten und irgendwie weitermachen. Als schließlich nichts mehr ging, suchte ich einen Spezialisten auf. Dieser machte mir klar, dass es so nicht weitergehen könne. Mein Dickdarm sei so stark geschädigt, dass er komplett entfernt werden müsse und ein Stoma mein Ausweg sei. Die Entscheidung für diese Operation fiel meinem Mann und mir nicht schwer, denn dieses Leben, was ich zu dem Zeitpunkt führte, war alles andere als lebenswert.
Rückblickend war das Stoma für mich nicht das Ende von etwas. Es war ein Neuanfang.

WIEDER MEHR LEBEN

In den ersten Wochen nach der Operation ging es mir so gut wie seit Jahren nicht mehr. Ich konnte wieder essen, Dinge unternehmen und meinen Alltag viel freier gestalten. Ich wusste vorher gar nicht mehr, wie gut man sich eigentlich fühlen kann.

Rückschläge gab es trotzdem und die gehören für mich zum Leben mit chronischer Erkrankung dazu. Nicht alles verläuft geradlinig und nicht jeder gute Abschnitt bleibt für immer leicht. Aber ich hatte zum ersten Mal seit langer Zeit wieder gespürt, wie viel Leben möglich sein kann. Und genau dieses Gefühl hat alles verändert.

Ein Wunsch, der lange weit weg schien

Über viele Jahre hatte ich mir selbst kaum vorstellen können, einmal Mutter zu werden. Meine Erkrankungen hatten so oft mitbestimmt, was in meinem Leben möglich war, dass sich ein eigener Kinderwunsch für mich lange eher wie etwas angefühlt hat, das vielleicht einfach nicht zu meinem Leben gehören würde.

Umso besonderer war der Moment, als meine Ärzte meinem Mann und mir schließlich grünes Licht gaben. Sie sagten, dass es keinen besseren Zeitpunkt gäbe und ein Stoma kein Hindernis sei.

Meine Schwangerschaft verlief gesundheitlich nicht so, wie wir es uns gewünscht hätten, und brachte einige ernste Komplikationen mit sich. Die ganze Geschichte dazu findest du auf meinem Blog.

Was am Ende jedoch zählt: Ich durfte Mutter werden. Etwas, das ich mir früher selbst kaum zu hoffen erlaubt hatte, gehört inzwischen ganz selbstverständlich zu meinem Leben.

Und heute?

Heute weiß ich, dass ein gutes Leben nicht bedeutet, dass immer alles leicht sein muss. Es gibt Rückschläge, Grenzen und Tage, an denen mein Körper andere Pläne hat als ich. Abe mein Leben besteht längst nicht nur daraus. Da sind meine Familie, meine Arbeit, kleine und große Abenteuer, Erinnerungen, die ich mit meiner Tochter sammle, und immer wieder kreative Ideen, aus denen neue Dinge für den Shop entstehen. Aus diesem echten Leben ist Stomalicious gewachsen – aus Erfahrungen, Bedürfnissen und dem Wunsch, manches ein kleines bisschen schöner, bunter oder leichter zu machen. Und genau dieses Leben möchte ich hier zeigen: offen, ehrlich und nicht nur an guten Tagen. 

Schön, dass du da bist.